Gemeinde Wallhausen

Aktuelles

 

Neues aus dem Kreis

 

Veranstaltungen

 

Ratssitzungen

 

Ausschreibungen

 

Nützliche Links

 

Kontakt

 

  Ratssitzungen

Bericht - 12.11.2008 zurück

Keine Fragen wurden unter Tagesordnungspunkt 1, der Einwohnerfragestunde gestellt. Danach gab Bürgermeisterin Rita Behr bekannt, dass in der nichtöffentlichen Sitzung des Gemeinderates am 22. Oktober 2008 beschlossen wurde, Entwidmungsverfahren für drei Wege bzw. Teile davon auf Gemarkung Hengstfeld einzuleiten.

Bei der Kläranlage Wallhausen steht die Erneuerung der Rechenanlage an. Zu diesem Thema hatte Bürgermeisterin Behr Herrn Reinhart Waimer vom Ingenieurbüro PW-Plan aus Ostfildern eingeladen. Herr Waimer ist bei PW-Plan zuständig für den Bereich Abwassertechnik und Kläranlagen. Das Ingenieurbüro ist seit rund 25 Jahren im Landkreis Schwäbisch Hall bei verschiedenen Gemeinden tätig. Die Rechenanlage gehört zum mechanischen Teil einer Kläranlage und steht am Anfang des Reinigungsprozesses. Sie schützt alle nachfolgenden technischen Anlagen vor Beschädigungen durch Grobstoffe. Die rund 20 Jahre alte Rechenanlage in der Kläranlage Wallhausen hat eine Spaltbreite der Siebanlage von 20 mm. Normalerweise geht man von einer Nutzungsdauer der Rechenanlage von 10 bis 15 Jahren aus. Moderne Rechenanlagen haben eine wesentlich geringere Spaltbreite von drei bis 5 mm. Die nachfolgenden Teile der Kläranlage leiden unter der nicht optimalen Funktion des Rechens, wie Herr Waimer mitteilte. Da es jetzt schon absehbar ist, dass verschiedene dieser nachgeschalteten Maschinenteile in den nächsten zwei bis drei Jahren ersetzt werden müssen, schlug Herr Waimer zudem eine Bestandsaufnahme der gesamten Kläranlage vor, deren Energieverbrauch durchaus noch Einsparpotenziale erkennen lässt.

Weiter erläuterte Herr Waimer die Funktionsweise der voraussichtlich rund 60.000.- € teuren Rechenanlage. In der Anlage wird das Grobmaterial ausgewaschen, gepresst und abgesackt, was vollautomatisch geschieht. Zwar würde durch die bessere Filterfunktion die Menge an Rechengut von 30 cbm/Jahr auf 40 cbm ansteigen, durch die Pressung wird das Material aber gewichtsreduziert und die Entsorgung damit kostengünstiger. Zudem fällt durch die bessere Filterwirkung des neuen Rechens weniger Klärschlamm an, und die Pumpen werden geringer belastet.

Zum Sachstandsbericht in Sachen Hochwasser Schönbronn begrüßte Bürgermeisterin Behr Herrn Helmut Schneider vom Landratsamt Schwäbisch Hall, Bau- und Umweltamt und vom Ingenieurbüro CDM Crailsheim Herrn Matthias Schelbert und Herrn Andreas Ruis. Die Gemeinde hatte dem Landratsamt die Situation in Schönbronn geschildert und um Lösungsvorschläge gebeten. Am 7. Juni fielen in Schönbronn starke Niederschläge in kurzer Zeit. Da es in Schönbronn keine Niederschlagsmessstation gibt, zog Herr Schneider die Werte der Messstation des Deutschen Wetterdiensts in Rot am See heran. Es fielen demnach sicherlich mehr als 30 mm Regen in kurzer Zeit. Schönbronn und die nähere Umgebung lassen sich in vier Einzugsgebiete aufteilen, angefangen vom Ortskern gekennzeichnet durch hohe Bodenversiegelung bis hin zum Einzugsgebiet des Schönbronner Sees. Herr Schneider errechnete verschiedene Niederschlagsszenarien vom rechnerisch alle zwei Jahre auftretenden 15-Minutenregen bis hin zum 100jährigen Starkregen.

Als Lösungsmöglichkeiten ermittelte das Landratsamt:

- Vergrößerung der bestehenden Verdolung
Nachteile: Hohe Kosten, scheitert an best. Bebauung, bei Teil-Offenlegung Platzmangel

- Hochwasserrückhaltung am Schönbronner See
Hier sind ca. 2.000 m³ Retentionsraum erforderlich, Dammerhöhung, evtl. Absenkung des Wasserspiegels
Eine Rückhaltung löst das Hochwasserproblem nach Ansicht des Landratsamts allein nicht.

- Objektschutz an bestehenden Gebäuden
Hauseingänge, Lichtschächte z. B. durch Dammbalken etc. sichern. Bei Neu- oder Umbau hochwassersicher bauen.

Letztendlich lautete der Vorschlag von Herrn Schneider, die Objektschutzmaßnahmen umzusetzen.

Das Ergebnis der Untersuchungen des Landratsamtes wurde in einer gemeinsamen Besprechung im Rathaus mit den Ingenieuren der CDM Crailsheim erörtert. Die CDM griff die Beurteilungen und Vorschläge von Herrn Schneider auf und erarbeitete weitergehende Lösungsvorschläge, die von Herrn Schelbert und Herrn Ruis erläutert wurden. Entscheidend bei einem Regenereignis sind die Regendauer und -stärke und die Abflussgeschwindigkeit. Niederschläge, die heftiger sind und länger andauern, führen zu Problemen in der Kanalisation. Die innerorts anfallenden Niederschläge fließen sofort in die Kanalisation, die Niederschläge aus den drei Ortsrandbereichen kommen zeitverzögert. Würde man die Kanalisation in Schönbronn neu verlegen, wäre ein 1000er bzw. 1200er-Kanal anstelle der vorhandenen 600er- und 700er-Kanäle erforderlich. Diese Lösung wäre sowohl technisch als auch finanziell problematisch, wie Dipl. Ing. Ruis ausführte. Stattdessen schlägt die CDM in Abstimmung mit dem Landratsamt einen stufenweisen Ausbau je nach Bedarf vor. Als mögliche erste und erfolgversprechendste Maßnahme wurde im Gemeinderat die Erhöhung des Fassungsvolumens des Schönbronner Sees diskutiert. Nach den Untersuchungen der CDM betrug die Seefläche noch nach der Flurbereinigung im Jahr 1960 3.687 qm, die heutige Fläche dagegen 1.930 qm. Die Aufweitung des Sees verbunden mit einer Anpassung des Überlaufs und einem Ausbaggern des bisherigen Sees, um die Verschlammung zu beseitigen, würde ein beachtliches Retentionsvolumen schaffen, um den zu schnellen Abfluss des Regenwassers zu vermeiden. Die Kosten für eine Vergrößerung des Speichervolumens des Sees verbunden mit weiteren Sofortmaßnahmen wie z. B. der Erneuerung von Grabenüberfahrten von Feldwegen werden auf rund 100.000.- € veranschlagt. Experten, Gemeinderat und Verwaltung waren sich einig, wie Bürgermeisterin Behr zusammenfasste, dass das Thema Hochwasserschutz in Schönbronn den Gemeinderat in den nächsten Sitzungen noch mehrfach beschäftigen wird.

Wie bereits in der September-Sitzung im Grundsatz beschlossen, wird die Wasserversorgung Wallhausen an die Datenfernübertragung der NOW Crailsheim angeschlossen. Der Gemeinderat vergab die Arbeiten zur Fernüberwachung der Wasserversorgungsanlagen und der Anpassung im Leitsystem an die NOW mit einer Nettosumme von 1.878.- €, die Umsetzung der Anpassungsarbeiten auf der Anlagenebene wurde an die Firma Jerg mit einer Nettosumme von 7.553,10 € vergeben.

Unter dem Tagesordnungspunkt Spendenannahmen stimmten die Mitglieder der Annahme mehrerer Spenden für die Kinderakademie Wallhausen zu.

Weiter wurde dem Baugesuch Wohnhausneubau mit Doppelcarport auf Flst. 942/85, Ritter-Ulrich-Weg 13 in Wallhausen unter Erteilung jeweils einer Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans hinsichtlich der Neigung einer Dachgaube und der Errichtung eines Carports außerhalb des Baufensters zugestimmt.

Unter dem Tagesordnungspunkt Bekanntgaben/ Verschiedenes wurden u.. a. die folgenden Angelegenheiten besprochen:

- Beschaffung der Straßenbeleuchtung für das Baugebiet Obere Heide, 2. Erweiterung. Bauhofleiter Martin Jakob hatte die erforderlichen Lampen zusammengestellt, insgesamt 11 Stück. Die Leuchten mit einem Schirm in Halbkugelform aus lichtgrauem bzw. silbernem Kunststoff der Marke Helux sind unempfindlicher gegen Steinwürfe als die in anderen Baugebieten vorhandenen Lampen mit Glaskugeln. Als Leuchtmittel kommen handelsübliche Energiesparlampen zum Einsatz. Die Kosten betragen 4.175,71.- € netto.

Die Postagentur im Getränkemarkt der Firma Eico in der Hengstfelder Straße in Wallhausen wird um eine Packstation für den automatisierten Versand und die Abholung von Paketen aufgewertet. Die Kunden können bei jedem Paket frei wählen, ob es an eine Hausadresse, oder an die Packstation geliefert wird.

Im Anschluss fand eine nichtöffentliche Sitzung statt, in der u. a. Personal- und Grundstücksangelegenheiten besprochen wurden.

Gemeinde Wallhausen • Seestraße 2 • 74599 Wallhausen
Tel. 07955/9381-0 • Fax 07955/9381-26 • eMail rathaus@gemeinde-wallhausen.de