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Bericht - 23.07.2008 zurück

Die Beantwortung der unter Tagesordnungspunkt 1, der Einwohnerfragestunde gestellten Fragen zum Hochwasserschutz in Schönbronn wurde von Bürgermeisterin Rita Behr auf die Beratung der Angelegenheit unter Tagesordnungspunkt 4 der aktuellen Gemeinderatssitzung verschoben.

Als nächstes gab Bürgermeisterin Behr die in nichtöffentlicher Sitzung gefassten Beschlüsse aus der Sitzung am 25. Juni 2008 bekannt. So wurde die Einstellung von Herrn Jörg Weber als Mitarbeiter des Bauhofes der Gemeinde beschlossen. Weiter wurde auf die Anfrage einer politischen Partei wegen der Möglichkeit von Veröffentlichungen im redaktionellen Teil des Mitteilungsblattes beschlossen, dass diese Möglichkeit nur ortsansässigen Vereinen und Ortsverbänden offensteht.

Vom Landratsamt Schwäbisch Hall, Fachbereich Schulen und Bildung, waren Schulrätin Monika Blum und von der Julius-Wengert-Schule Konrektorin Karla Beer in den Sitzungssaal des Rathauses gekommen, um über ein mögliches neues Angebot für besonders begabte Kinder in den Räumen der Julius-Wengert-Schule zu informieren. Während es Förderangebote für Kinder mit schulischen Problemen wie z. B. Hausaufgabenbetreuung gibt, ist im Landkreis bisher nur in Schwäbisch Hall ein Angebot für besonders begabte Schülerinnen und Schüler als sogenannte Kinderakademie etabliert, wie Schulrätin Blum mitteilte. Die Kinderakademie besteht seit 5 Jahren und hat regen Zuspruch. Das Angebot richtet sich an die 2 bis 3 % der Grundschulkinder, die wissenschaftlich erwiesen über eine besondere Begabung verfügen. Begabte Kinder fallen nicht nur positiv auf, sie sind oft auch besonders problematische Kinder, da sie häufig im Unterricht unterfordert sind. Um auch diese Schülerinnen und Schüler zu fördern, werden Kurse in den Bereichen Kunst und Kreativität, Sprache, Naturwissenschaften sowie Geschichte und Kulturen angeboten. Ausgeklammert aus dem Förderangebot ist der sportliche und musische Bereich, da es hier genügend Angebote in Sportvereinen und Musikschulen gibt. Da die Kinderakademie Schwäbisch Hall so gut ausgelastet ist, dass immer wieder Kinder aus den Landkreisgemeinden abgewiesen werden müssen, nahm das Schulamt auf der Suche nach einem 2. Standort Kontakt mit Rektor Joachim Wanschura auf. Konrektorin Beer erklärte sich sofort bereit, sich in den neuen zusätzlichen Aufgabenbereich einzuarbeiten und die Geschäftsführung der neuen Akademie zu übernehmen. Als Anschubfinanzierung stellt das Kultusministerium einmalig einen Betrag von 2.500.- € zur Verfügung, der die laufenden Ausgaben für ca. 2 bis 3 Jahre deckt. Danach muss sich der Betrieb durch Sponsorengelder finanzieren. Für die Gemeinde Wallhausen entstehen außer der unentgeltlichen Bereitstellung von Schulräumen für jeweils zwei Stunden an einem Nachmittag pro Woche keine weiteren Verpflichtungen. In der anschließenden Diskussion wurde die breite Unterstützung der Mitglieder des Gemeinderates für dieses innovative Angebot deutlich und man beschloss einstimmig, die benötigten Räume der Julius-Wengert-Schule kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Die beiden Ingenieure Andreas Ruis und Matthias Schelbert von der Crailsheimer Niederlassung des Planungsbüros CDM GmbH erläuterten das Ergebnis der Untersuchung des Kanalnetzes in Schönbronn. Die Untersuchung war vom Gemeinderat nach den Überflutungen nach einem heftigen Unwetter Anfang Juni in Auftrag gegeben worden. Herr Schelbert wies zunächst darauf hin, dass bedingt durch den Klimawandel Extremniederschläge zugenommen haben, die oft örtlich begrenzt sind. So kann es in einer Ortschaft heftig regnen und schon im Nachbarort ist fast kein Regen zu verzeichnen. Bei extremen Niederschlägen kann es zu einem kurzfristigen Rückstau in der Oberflächenentwässerung kommen. In Schönbronn erfolgt die Abwasserbeseitigung in einem Trennsystem mit einem Schmutzwasser- und einem Regenwasserkanal. Eine Benebelung in der Erbsengasse hat ergeben, dass in diesem Bereich, in dem auch ein Rückstau aus der Schmutzwasserkanalisation erfolgte, keine Fehlanschlüsse privater Anlieger vorhanden sind. Einige Anlieger liegen jedoch unter dem Straßenniveau. Nach der Abwassersatzung der Gemeinde obliegt ihnen die Vorsorge gegen Überschwemmungen z. B. durch Einbau einer Rückstauklappe. Das Abwasserpumpwerk in Schönbronn hat die Kapazität für einen Tag häusliches Schmutzwasser, falls z. B. einmal die Pumpe ausfallen sollte. Ein normaler Regen ist in die Dimensionierung des Pumpwerks mit einberechnet. Das Eindringen von Oberflächenwasser in den Schmutzwasserkanal, wie bei dem Unwetter Anfang Juni geschehen, kann nach Auskunft von Dipl. Ing. Ruis nur durch die Belüftungsöffnungen der Schachtabdeckungen erfolgen. Ein Schließen der Lüftungsöffnungen durch Austausch von Schachtabdeckungen hätte die Bildung von biogenem Schwefelwasserstoff (Geruchsbelästigung) und Faulgasen (Methan) zur Folge, die die Gefahr einer Explosion in sich bergen. Auch der alte Regenwasserkanal wurde befahren um festzustellen, ob sich Abflusshindernisse gebildet haben. Die Befahrung ergab, dass der Regenwasserkanal im Wesentlichen in Ordnung ist, stellenweise wurden noch Ablagerungen vom letzten Extremniederschlag festgestellt. Auch das Gefälle des Kanals ist in Ordnung und so können 700 bis 1.000 m³/sec Oberflächenwasser in den Vorfluter, die Brettach, abgeleitet werden. Die Frage, wie nun das Oberflächenwasser bei dem Überschwemmungsereignis auch in den Schmutzwasserkanal gelangen konnte, hat mehrere Ursachen, wie Herr Ruis mitteilte. Zum einen werden mehrere Dachflächen in Schönbronn nicht über einen Kontrollschacht in den Regenwasserkanal entwässert, sondern entwässern über Grünflächen und befestigte Hofflächen direkt auf die Straße. Zum anderen strömt bei Starkregen Oberflächenwasser aus dem umliegenden Gebiet südlich von Schönbronn in den Ort. Es wurde festgestellt, dass das sich auf einem Feldweg sammelnde Wasser über den Wasenweg in den Ort fließt, da am Übergang Feldweg/ Ortsstraße keine Entwässerungsrinnen vorhanden sind. Ein Sandfang ist komplett mit Betondielen bedeckt, zudem sind einige Wegüberfahrten über Abwassergräben teilweise verlandet oder zu gering dimensioniert. Um das Oberflächenwasser bei Starkregen vom Ort fernzuhalten, schlug Dipl. Ing. Ruis verschiedene Maßnahmen vor. Bürgermeisterin Behr konnte mitteilen, dass der Bauhof kurzfristig die beanstandeten Gräben und Überfahrten ausputzen wird. Durch zusätzliche bauliche Maßnahmen wie das Anlegen von Querrinnen soll das Wasser aufgefangen und bereits vor dem Ort in den Regenwasserkanal eingeleitet werden. Über weitergehende Maßnahmen zum Hochwasserschutz unter Einbeziehung des gesamten Gemeindegebiets wird ein Ortstermin von Bürgermeisterin Behr mit Vertretern von Landratsamt und Wasserverband Brettach/Jagst Klarheit bringen, da das im Oberlauf der Brettach anfallende Hochwasser mit zeitlicher Verzögerung auch Wallhausen erreicht, wie die Überflutung des Regenerationsteichs des Regenerationsteichs am selben Tag wie in Schönbronn zeigte.

Ein weiterer Brennpunkt in Sachen Hochwasser ist das Freibad Hengstfeld. In der Juni-Sitzung wurde die beschränkte Ausschreibung der Fremdwasserbeseitigung beim Freibad Hengstfeld durch die CDM GmbH beschlossen, um die Maßnahme rasch durchführen zu können. In der Ausschreibung wurde als Baubeginn der 28. Juli und der 17. August als Fertigstellungstermin vorgegeben. Unter Einhaltung dieser Fristen war die Firma Ernst Hähnlein Bau GmbH Feuchtwangen günstigste Bieterin, die den Auftrag auch zum Angebotspreis von 38.450.- € erhielt. Die Fremdwasserbeseitigungsmaßnahme im Bereich der K 2503 ist die Voraussetzung für die durch den Freibadförderverein in Eigenleistung auszuführenden Maßnahmen wie Anlegung eines Dammes im oberen Bereich des Freibadgeländes und eines Regenwasserkanals durch das Freibadgelände hinunter zur K 2503.

Die in der Juni-Sitzung des Gemeinderates angeregte Überprüfung des von der DEKRA gesperrten großen Spielgeräts vor dem Kindergarten Wallhausen durch einen örtlichen Handwerksmeister hat zwischenzeitlich stattgefunden. Dipl. Ing. Willi Schmidt vom Holzwerk Schmidt aus Wallhausen ermittelte, dass eine Sanierung des Spielgeräts unwirtschaftlich wäre. Herr Schmidt hatte das Spielgerät kostenlos in Augenschein genommen. Bauhofleiter Martin Jakob hatte daraufhin in Absprache mit Kindergartenleiterin Susanne Stauch zwei Angebote für ein neues Großspielgerät sowie für zwei Doppelschaukeln und eine Doppelwippe für den Kindergartenspielplatz Wallhausen eingeholt. Der Auftrag wurde an die Firma Maier Spielplatzgeräte vergeben. Der Aufbau soll durch den Gemeindebauhof in Kooperation mit dem örtlichen Handwerk erfolgen.

Ein Antrag eines Landwirts auf Befreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang der öffentlichen Wasserversorgung wurde ausführlich beraten. Der Landwirt plant die Bohrung eines Brunnens zur Versorgung seiner Viehhaltung mit Wasser. Das Verfahren hierfür ist zweigeteilt, zum einen ist eine Bohranzeige an das Landratsamt zu erstatten, das die wasserrechtliche Zulässigkeit der Brunnenbohrung prüft, zum anderen hat die Gemeinde zu prüfen, ob eine Befreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang der öffentlichen Wasserversorgung erteilt werden kann. Entsprechend der Wasserversorgungssatzung der Gemeinde Wallhausen kann auf Antrag der Wasserbezug von der Gemeinde auf einen vom Antragsteller gewünschten Verbrauchszweck oder auf einen Teilbedarf beschränkt werden, wenn dies für die Gemeinde wirtschaftlich zumutbar ist. Gemeindekämmerer Jürgen Rosenäcker hatte hierzu eine Aufstellung über die Befreiungen der letzten 10 Jahre mitgebracht und wies darauf hin, dass sich im Falle einer Teilbefreiung für den landwirtschaftlichen Verbrauch die Abnahmemenge zurückgehen wird. Der hohe Fixkostenanteil der Wasserversorgung wird auf die Wasserbezieher entsprechend ihres Verbrauchs umgelegt. Da sich die Bezugsmenge im Falle einer Teilbefreiung verringert, wird eine Erhöhung des Bezugspreises pro m³ die voraussichtliche Folge sein. Dies liegt daran, dass die Fixkosten verbrauchsunabhängig sind und mit der Verringerung des Wasserbezugs nicht im gleichen Maße sinken. Sie müssen somit auf eine geringere Wasserbezugsmenge umgelegt werden. Im Gemeinderat wurde der Aspekt des Wassersparens besonders betont, da sich Wasser in Zukunft als knappes und teures Gut erweisen kann. Nach weiterer Diskussion wurde dem Antrag stattgegeben.

Unter dem Tagesordnungspunkt Baugesuche erteilte der Gemeinderat sein Einvernehmen zu folgenden Bauvorhaben:

- Durchführung einer Auffüllung, Flur Mittelfeld, Flst. 1073, Wallhausen

- Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses, Flst. 226/3, Triftshäuser Straße, Wallhausen.

Das Wasser des Naturerlebnisbad ist sehr gut, es gibt keine Probleme mit der Wasserqualität, diese erfreuliche Feststellung konnte Bürgermeisterin Behr machen. Dennoch gibt es leichte Probleme, und zwar mit dem Grünalgenbewuchs. Diese nutzen das im Wasser enthaltene Phosphat zu verstärktem Wachstum. Trotz aller frühzeitig ergriffener Gegenmaßnahmen wie Einbau eines Phosphatfilters und regelmäßiges Absaugen der Algen ist während des Badebetriebs eine leichte Trübung des Badewassers zu beobachten. Während das Wasser morgens klar ist, sorgen der Badebetrieb und die Sonneneinstrahlung für ein Aufwirbeln und Aufsteigen der am Beckenboden angesiedelten Algen. Es handelt sich bei der Trübung aber lediglich um eine leichte optische Beeinträchtigung, die Algen sind gesundheitlich absolut unbedenklich, sie sind im Gegenteil sogar ein Indikator für die gute Qualität des Wassers, wie Bürgermeisterin Behr feststellte. Sofern ein biologisches Mittel gegen Algen in kurzer Zeit wirksam ist, soll dieses noch in dieser Badesaison eingesetzt werden. Rechtzeitig vor Beginn der Badesaison 2009 sollen das Wasser des Schwimmteiches abgelassen und das Becken komplett gereinigt werden.

Die Maßnahme zur Renaturierung des Weidenbachs in Wallhausen wird nicht durchgeführt. Schon einmal hatten die Mitglieder des Gemeinderates beschlossen, auf die Maßnahme zu verzichten, da trotz eines 70 % - Zuschusses des Landes ein Eigenteil von 20.000.- € bei der Gemeinde verblieben wäre. Das Regierungspräsidium Stuttgart hatte dem Wasserverband Brettach/Jagst mitgeteilt, dass Finanzmittel für die Maßnahme bereitstehen. Angesichts einer Erhöhung der Kosten von ursprünglich rund 58.000.- auf 72.000.- € schlossen sich die Mitglieder des Gemeinderates der Auffassung von Bürgermeisterin Behr an, dass man anstelle des bei der Gemeinde verbleibenden Eigenanteils besser in die Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich Schönbronn investieren sollte.

In den nächsten Wochen werden im Auftrag der EnBW/ODR neue Gasleitungen, Stromkabel und Leerrohre in die Gehwege der Kirchberger, Crailsheimer, Blaufelder und der Hengstfelder Straße sowie ins Baugebiet Obere Heide, 2. Erweiterung, verlegt. Die Baustellen sind entsprechend ausgeschildert und abgesichert, wie Bürgermeisterin Behr unter dem Tagesordnungspunkt Bekanntgaben/ Verschiedenes mitteilte.

Den Faulturm der Kläranlage Wallhausen ziert seit kurzem ein beeindruckendes Graffiti-Gemälde, das aus ihrem Wespennest ausfliegende Wespen zeigt. Das Gemälde wurde von Klärwärter Simon Hautzinger ehrenamtlich in seiner Freizeit angefertigt, die Gemeinde stellte lediglich die erforderlichen Materialien zur Verfügung, wie Bürgermeisterin Behr mitteilte.

Nach der Einladung zu den anstehenden Festen und Hocketsen in der Gemeinde endete die öffentliche Sitzung, an die sich eine nichtöffentliche Sitzung anschloss.

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