Aktuelles

 

Neues aus dem Kreis

 

Veranstaltungen

 

Ratssitzungen

 

Ausschreibungen

 

Nützliche Links

 

Kontakt

 

  Aktuelles

 
   
Wallhausen in alter Zeit – Jahrestage und Jubiläumsdaten 2019 Teil I
Kategorie: Wallhausen aktuell
 

Nach dem Jubiläumsjahr 2018 zur 875-jährigen urkundlichen Erwähnung folgt im Jahr 2019 ein „Normaljahr“. Dennoch lohnt es sich, einen Blick auf die Vergangenheit zu werfen. Aus der umfangreichen Chronik von Herrn Otto Ströbel stammt die folgende gekürzte Zusammenstellung.

1219 - Vor 800 Jahren:

Erstmaliges Auftreten des Ortsadels von Wallhausen in der Stadt Rothenburg. Viele niedere Ortsadelsgeschlechter suchen um diese Zeit ihres allgemeinen Niedergangs Zuflucht in den durch Gewerbe und Handel aufstrebenden Städten. So auch die Ritter von Wallhausen, die über längere Zeit in Rothenburg als Patrizier z.T. hohe Ämter begleiten.

1619 - Vor 400 Jahren in Hengstfeld:

Die Gemeinde erwirbt auf Anregung von Pfarrer Leonhard Biber und nach Einwilligung der Kirchenherren  das im Besitz eines Hannß Bergner befindliche  „Bloßhäuslein“, welches im Kirchhof auf den Sockel des ehemaligen Beinhauses erbaut worden ist. Die Crailsheimer Kirchenherrschaft widmet es zu einem Schulhaus. Vorher sind die Kinder im Haus des Schulmeisters oder in der Kirche unterrichtet worden. Noch im gleichen Jahr stirbt Biber im Alter von 58 Jahren. Als neuer Schulmeister wird Leonhard Bibers Sohn Johann Conrad Biber eingesetzt, geht dort auch seinem Handwerk als Schneider nach und versieht in der nahen Kirche seinen Dienst als Mesner und Vorsänger (Kantor). Nachfolger Bibers im Pfarramt wird von 1619 bis 1644 Balthasar Schnurr II. , der „Dichterpfarrer“ , ein Enkel des B. Schnurr. Seiner Ehe entspringen 11 Kinder, zehn Töchter und ein Sohn. Als Witwer durchlebt er die Schrecknisse des 30jährigen Krieges, wird mehrmals als Ketzer bedroht und verfolgt und nach seinem Tod im 73. Lebensjahr im Chor der Kirche bestattet. Bis heute bleibt der dichtende Pfarrer Schnurr II. in der Erinnerung der Bewohner von Hengstfeld, denn von ihm soll das Kirchenlied zum Hagelfeiertag am 13. Juli aus seiner Fe­der stammen.

1669 - Vor 350 Jahren in Hengstfeld:

Am 4. Mai 1669 stirbt Pfarrer Johannes Heel im Alter von 57 Jahren. Er wird „als erster Pfarrer Hengstfelds außerhalb des Gotteshauses“   nicht im Chor der Kirche, sondern auf dem kleinen Gottesacker vor der Kirche begraben. Heel hinterlässt 16 eigene Kinder. Erst im Jahr 1702 stirbt seine Frau im Alter von 83 Jahren in Crailsheim. Neben ihren 16 eigenen Kindern erlebt sie 66 Enkel und 44 Urenkel. - Dazu schreibt Pfarrer Mützel später: „Das Geschlecht der Frommen wird geseegnet seyn.“

1719 – vor 300 Jahren in Hengstfeld:

Am 12. Oktober, dem zweiten Tag der Muswiese, ersticht Hans Michel Hornung, der älteste Sohn des Bäckers Michel Hornung von Hengstfeld, bei Nacht auf dem Heimweg zwischen Limbach und der Weibermühle im Streit den Christoph Baumann von Michelbach mit einem Messer,  „worauf der Entleibte Baumann d. 18. Oct. zu Crailsheim begraben worden.“  -  Hornung muss seine Untat mit dem Tod am Galgen büßen.

1719 in Michelbach:

Seit April 1717 ist Johann Balthasar Oerther, Sohn eines Rektors in Marktbreit, Pfarrer in Michelbach. Schon ein knappes Jahr nach seinem Dienstantritt gerät Oerther in Zwietracht mit dem schwarzenbergi­schen Verwalter Veith im Schloss. Der Pfarrer kann nämlich mit dem kargen Einkommen, das ihm die Patronatsherrschaft zugesteht, seine Familie kaum über Wasser halten. Zusehends mehr verschreibt sich Oerther der zweifelhaften Kunst des Heilens kranker Menschen, indem er dabei gefährliche Praktiken anwendet, die nicht selten einer Wunderheilerei nahe kommen. „Am 27. Dec. 1719 verstarb in Schönbronn Michael Schöll, 33 Jahre alter Bauer, um den seine untröstliche Witwe und sechs unmündige Kinder trauern, nachdem er zuvor von Hn. Pfarrer Oerther zu Michelbach Arzeney und ein allzu starkes Vomitiv“ (Brechmittel)   „eingenommen, worauf er alsbald in eine Convulsion“ (Schüttelkrampf) „gerathen, und also  verstand- und sprachlos dahin gestorben.“ Nach Meldung dieses Vorfalls durch den Verwalter Veith ordnet das hochfürstliche Konsistorium in Marktbreit kurzerhand die Versetzung Oerthers ins ebenso schwarzen­bergische Weigenheim an und untersagt ihm strengstens jede weitere Tätigkeit als „Heilkünstler“.

1769 – vor 250 Jahren in Hengstfeld:

Am  9. September stirbt im Alter von 88 Jahren der Hengstfelder Pfarrer Balthasar Nicolaus Mützel. 63 Jahre lang, seit 1706, hatte er die Stelle inne. Die letzten 10 Jahre ist ihm sein Sohn als Vikar zur Seite gestanden. - Pfarrer Mützel hat seiner Gemeinde 75 fl vermacht, die angelegt und deren Zinsen an „Hausarme“ verteilt werden sollen. Keiner vor und nach ihm hat eine so überaus lange Zeit Pfarrdienst in Hengstfeld geleistet, keiner hat so viele unschätzbar wertvolle Aufschriebe hinterlassen.

 

1869 – vor 150 Jahren:

  Dieses Jahr steht ganz im Zeichen des Eisenbahnbaues, durch den einige Unruhe in die Gemeinde getragen wird. In einer Gemeinderatssitzung am 15. Januar fordert Schultheiß Bierlein die Erhöhung seines Gehalts und auch den des Gemeinde- und Polizeidieners Limpf, „da durch den Eisenbahnbau ein bedeutender Geschäftszuwachs eingetreten“ sei. Die Gemeindevertreter willigen nur ungern ein und erhöhen den Jahresverdienst von Bierlein um 66 Gulden und den des Limpf um 10 Gulden, „jedoch nur für die Dauer des Eisenbahnbaues.“

Nach einem Bericht im „Der Vaterlandsfreund“ werden im April die Eisenbahnböschungen eingesät und bepflanzt und die Wegübergänge, Einfriedungen, Barrieren und Signal­vorrichtungen angebracht.

Im Oktober ist der Bau  der Taubertalbahn fertig. Im Pfarrbericht schreibt Pfarrer Mayer wörtlich: 

„In den Jahren 1868/69 wurde die hiesige aus 4 Gebäuden bestehende Eisenbahnstation erbaut und am 18. Oktober 1869 die Bahn festlich eingeweiht. Ein Comitee unter Leitung des Schultheißen, Pfarrers und Bauunternehmers Redef sammelte freiwillige Beiträge aus der Gemeinde und stellte eine gelungene Dekoration der Eisenbahnstation her.“

In seinem Jahresbericht bedauert Pfarrer Mayer die im Zusammenhang mit dem Eisenbahnbau stehenden Vorkommnisse. Dieses Ereignis hätte eine deutliche Abnahme des Besuches der Gottesdienste und der Betstunden bewirkt. Viele hätten „Materialien aller Art entwendet“. Und der Müller Wirth habe sogar drei Monate Gefängnisstrafe erhalten wegen „Betrugs am Eisenbahnunternehmen.“  

Adlerwirt und Bierbrauer Keller erkennt die Zeichen der anbrechenden neuen Zeit und baut in diesem Jahr an sein Wirtschaftsgebäude ein „Kellerhaus mit Zimmern und Kegelbahn.“  

1869 - Gründliche Restaurierung der Schainbacher Kirche

Die seckendorff’sche Herrschaft in Erkenbrechtshausen gab in diesem Jahr viel Geld für die Restaurierung des 1721 erneuerten Kirchleins in Schainbach aus. Angesichts der bevorstehenden Ablösung hatte sie mit dieser Maßnahme im Hinblick auf die Höhe der Ablösungssumme einen guten Trumpf in Händen. - Also wurden Turm und Kirchenschiff innen und außen gründlich in Ordnung gebracht. Die Seitenwände, die Decke des Schiffes und die Kanzel wurden in mehreren Farbtönen bemalt und farbig gefasst, sämtliche Bänke und Stühle im Schiff mit holzfarbener Ölfarbe angestrichen, „so daß das Kirchlein ein würdiges Aussehen hat.“ Ein langer Artikel im „Vaterlandsfreund“  Nr. 87, Seite 410 vom Jahr 1875 widmet sich diesem Kleinod. Er beinhaltet eine präzise Beschreibung des Altars und endet mit der Feststellung:

„Die hiesige Gemeinde aber kann stolz sein, in seinem Heiligtum ein so wertvolles Denkmal alter Kunst zu bergen und sich veranlaßt fühlen, recht fleißig an den Ort zu wallen um das zu schauen, was viele (ver-)missen.“

 

Noch im selben Jahr 1869 ging die Bau- und Unterhaltungslast an ihr von der freiherrlich von seckendorff’schen Gutsherrschaft zu Erkenbrechtshausen laut Ablösungsurkunde an die Stiftungspflege und nach der im Jahr 1892 erfolgten Ausscheidung des Stiftungsvermögens an die Kirchengemeinde Schainbach über. Seither ist Letztere alleinige Besitzerin des Kirchleins. -

Der Kirchenkonvent von Schainbach erklärte sich zur Errichtung einer sogenannten „Industrieschule“ für die Mädchen der Werktagsschule bereit. Inzwischen hatte nämlich der Bezirkswohltätigkeitsverein seine Zuschüsse dafür erhöht. Barbara Gutmann lehrte vier Stunden wöchentlich den in zwei Gruppen aufgeteilten Mädchen Handarbeiten, Flicken, Stricken, Häkeln und Nähen, vorerst jedoch nur im Winter. Die Gemeinde musste nur die Kosten für Heizung und Beleuchtung übernehmen. Sehr bald erfreute sich dieser Unterricht in praktischen Handfertigkeiten auch in der Schulgemeinde Schainbach großer Beliebtheit.

 

Notvolle Situationen gab es auch:

Zur Verhinderung einer Verschlechterung der sozialen Zustände in der Gemeinde überprüft der Gemeinderat die Anträge für Bürgeraufnahmen sehr genau. Bei Anträgen auf Austritte hingegen ist er immer recht großzügig, wenn es sich um mittellose Menschen handelt, welche die Gemeinde verlassen wollen.

Die 24 Jahre alte Rosalie Feldenheimer, Tochter des Handelsmanns, Metzgers und Bürgers Bernhard Moses Feldenheimer will nach Heilbronn heiraten und erhält vom Gemeinderat die Zustimmung für ihren Austritt aus der Gemeinde. Von ihren Eltern erhält Rosalie ein Vermögen von 10 000 Gulden.

 

Die 32 Jahre alte Rosine Memmler hat ihr fünftes uneheliches Kind bekommen.

Trotz Vorladung, weil sie ihr siebtes uneheliches Kind bekommen hat, er­scheint die Elisabethe Köhler, die in Oberndorf bürgerlich ist, nicht vor dem Pfarrgemeinderat.

Inzwischen hat die Schulmeisterstochter Caroline Barthelmäß im Armenhaus ihr sechstes uneheliches Kind zur Welt gebracht. „Dieselbe verspricht wiederum Besserung“.

Die 30 Jahre alte Barbara Guttinger, Tochter des Schuhmachers und „Musikus“  Johann Georg Leonhard Guttinger, bekommt

 „ein uneheliches Kind, welches sie gleich nach der Geburt getötet hat und welches den 16. Nov. in Michelbach beerdigt wurde. Dieselbe wurde zu einer Zuchthausstrafe von 8 Jahren verurtheilt.“

 

1894 - Vor 125 Jahren:

Am  23. November wird Schultheiß Karl Albrecht Cröglinger zum Ortsvorsteher der Nachbargemeinde Rot am See ernannt. Er verkauft sein stattliches Haus, das auf der rechten Seite der Straße am Ortsausgang in Richtung Gröningen steht, an den Schneider Lehner.

in seinem Pfarrbericht für das Jahr 1894 schreibt Pfarrer Lang zum Kirchengesang:

Die Alten krächzen zum Teil fürchterlich, aber das junge Geschlecht singt ganz nett. An Festtagen singt in der Regel ein Schülerchor; hie und da sind auch Erwachsene zugezogen worden.“

1919 - Vor 100 Jahren:  

Gemeinde Wallhausen • Seestraße 2 • 74599 Wallhausen
Tel. 07955/9381-0 • Fax 07955/9381-26 • eMail rathaus@gemeinde-wallhausen.de