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Papadia - Der verlorene Vater
Kategorie: Wallhausen aktuell
 

Keine einfache Kost, trotz einer scheinbar eingängigen Handlung, bot das Musical Papadia im Kulturhaus Wallhausen, das mit 400 Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt war, wie Pfarrer Stefan Brender zur Begrüßung sagte. Of Sing, der Jugendchor aus Brettheim, hielt das Publikum mit einem großartigen Spannungsbogen in Atem. 

Die schöne neue Welt des Jahres 2051 bietet vordergründig Verlockungen, die nur das Ziel haben, aus den Schülern eines Internates Leistungsmaschinen zu machen, in einem Drill, der ihnen nicht nur alles abverlangt, sondern Gefühle und Bindungen ignoriert. Dass die Zöglinge quasi asexuelle Wesen sind, die alles, was an Familie und religiöse Werte erinnert, nicht mehr vermittelt bekommen, ist der Auftakt. Dass Weihnachten, Ostern und Pfingsten zu weltlichen Festen degradiert werden, ist die eine Realität, die Verballhornung der entsprechende Lieder die andere. Stattdessen heißt es: Tontaler sammeln, das ist unsere Welt, und kleine Belohnungen wie Schokolade sorgen dafür, dass die Erziehung von Frau 7up (sehr resolut: Katharina Hofmann) nicht ins Wanken gerät. Dies ändert sich, als der LKW-Fahrer (Micha Weinert) neben den Säuglingen aus der Zuchtanstalt Brunsbüttel mit der renitenten Anna, gespielt von Elena Schübel, eine Person zur Umquartierung mitbringt, die sich dem Leistungsstreben des Internats konsequent verweigert und das angebliche Glück infrage stellt. Fifty (Raphael Schüttler), der Vordenker der Gruppe, teilt irgendwann ihre Selbstzweifel. Dass die Internatsleiterinnen – typischerweise alles Frauen – keine Begründung für den Sinn des Sammelns von Trophäen geben, sorgt für Irritationen und ist die einzige Schwäche des Librettos. Aber Anna kennt immerhin noch einen anderen Halt im Leben, nämlich die Liebe des Vaters, und sie weiß als Einzige auch noch, dass er Stück für Stück ausgesperrt wurde. Auch der Beschluss, Anna für verrückt zu erklären, hilft nun nicht mehr. Der zweite Teil des Musicals handelt vom Wiederfinden des Vaters, und setzt auch deutlich ruhiger an. Balladen wie Ich such ein Leben, das ewig hält,  mit Querflöte und Geige intoniert, unterstreichen die unerfüllte Sehnsucht, Was, wenn ich irre ihre Selbstzweifel. Ein akustischer Genuss dabei die Begleitung durch Tim Meier und Simon Gröner  mit E-Gitarre und E-Bass. Die Peripetie schließlich ist der zunächst erfolglose Kampf um den Schlüssel zum Vater, der auch musikalisch sehr kontrastreich ausfällt. Dann folgt der Befreiungsakt aus dem Gefängnis, und hier wird geballte Lichttechnik eingesetzt, die auch das Publikum einbezieht, bis der Vater selbst die Tür öffnet. Spätestens hier muss sich der Besucher fragen, welches Vaterbild er hat, einschließlich der Frage nach Gott als verlorenem Vater. Es hat mir großen Spaß gemacht, meint eine sichtlich gut erholte Siete (Ulrike Graf) nach der Aufführung, und Roland Guttropf, der den Captain Zero in jeder Beziehung selbstbewusst und kraftstrotzend verkörperte, machen auch drei Stunden Bühnenpräsenz nichts aus. Tobias Pfänder, angehender Schulmusikpädagoge, kann man zu einer solch frischen Truppe von Laiendarstellern und –musikern nur gratulieren. Aber  er selbst sagt dazu, dass eine solche Darbietung nur in einem guten Team möglich ist. Einige davon wie Maskenbildnerin Andrea Groß wurden für ihren großen persönlichen Einsatz deshalb auch besonders geehrt.

 

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